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Kunst im Kino

Wie jedes Jahr werden an den Wänden und auf den Fluren des Moviemento die Arbeiten einer Reihe von Künstler*innen präsentiert, kuratiert von Iris Praefke.

Gender Studies

Von: Frank Versace

Bin ich lieber Maler oder wäre ich lieber Gynäkologe? Ist die explizite Abbildung, Betrachtung und Auseinandersetzung mit Genitalien nun medizinisch, erotisch oder pornografisch? Muss man die Bilder abhängen, wenn Schwiegermutter oder Patenkind zu Besuch kommt?

frankversace.ch

Connect the dots!

Von: Kerstin Klein

Punkte. Schwarz und klein. Punkt für Punkt, bringt die Künstlerin ihre Darstellungen aufs Papier. Erotische Darstellungen und Verfremdungen des Körpers. Pornographische Bildideen… Immer mit größter Sorgfalt gezeichnet. Punkt für Punkt. Akribisch genau und zartfühlend. Wunderschön bis schonungslos. Szenarien. Die Teilnehmer*innen sind eingeladen, über eigene Erfahrungen zu sprechen. Punkte. Schwarz und klein. Punkt für Punkt, bringt die Künstlerin ihre Darstellungen aufs Papier. Erotische Darstellungen und Verfremdungen des Körpers. Pornographische Bildideen… Immer mit größter Sorgfalt gezeichnet. Punkt für Punkt. Akribisch genau und zartfühlend. Wunderschön bis schonungslos.

365skulls.com

As you wish, my lady

Von: Jo Pollux in collaboration with Sadie Lune

Meine Herrin liebt einen dunklen, unterirdischen Raum. Wir alle haben schon Zeit dort verbracht, aber niemand von uns weiß den Weg. Wie warten auf sie, versunken in uns selbst, vielleicht fassen wir einander an. Das Erste, was von ihr erscheint, ist das Klappern ihrer Absätze, raschelnd zertretene Blätter auf einer Treppe, dann werden ihre Schritte langsamer, es wird still. Vielleicht trifft sie eine Entscheidung, vielleicht entschied sie sich bereits vor Tagen. Ich halte den Atem an und hoffe.

LföE alias Fuck Art School Kollektiv/
Logotorium für öffentliche Erregung

Nonexplizit
Nicht Anti-Porn,
aber immernoch ein gewisser Reiz der Erotik
Ein dezentes Blankziehen
Ein Nippelblitzer
Wimpern tuschen mit gespitztem Mund
Der Photovoyeur
Polaroids als ein stylistisches Mittel der Nähe
Das Sofortbild als kontrasexuelles (Preciado) pornographisches Werkzeug,
weil es einen expliziten Moment zeigt,
aber nicht unbedingt ein explizites Objekt der Beobachtung
Ohnehin ist es zu verschwommen
Über Selbstsex, Gefühle, Polochlecken und warum das Begehren so sehr verletzen kann
Der Geruch / Ausdünstung einer Frucht
Duftendene, riechende Bilder
Zwei Lavalampen tanzen Tango
Mango
Nen Steiner haben
Der Pilz und der Oktopus
Die Coyotin im Feld voller Lilien
Ein blühender Porno
Ein verlorenes Sexspielzeug
Wie schön hat geprickelt das Bier in deinem Bauchnabel;
die alte Schwermetallbüchse,
der Dildo der früher mal pink und heute ist beige
Eine gefundene Liebesgeschichte
Eine alte Liebe aus der Vergangenheit
Interlecktueller Hirnfick
Intersuktionelles Arschficken
Arschlecken im Kreis
Der*Die Künstler*in masturbiert
Jemand posiert vor einem XL-großen Poster, welches den Eifelturm zeigt
Bananaporn
Kürbissaison.
İgnaz Medusah von der Queer Gang

Info: Das Logotorium für öffentliche Erregung ist ein offenes und diverses Kollektiv bestehend aus den am Set anwesenden Leuten. Die Arbeitsmethoden der Gruppe folgen der Philosophy, dass jede Position im Machensprozess ein Drag ist. Oder wie es die Kurator*innen des GEGENkino Filmfestes zusammenfassten: ‘’ Das Logotorium arbeitet auf der Suche nach inhumanen gefühlsbedingten Beziehungen mit nichtexplizitem Postporn, weil das sexuelle Dispositiv selbst schon ein Stück zu explizit ist.’’ Die Filme des Logotorium für öffentliche Erregung wurden auf den Festivals des GEGENkino, La Fête du Slip und dem Berliner Pornfilmfestival gezeigt.